Ratgeber "Fahrbare Lifter"

Fahrbare Lifter erleichtern ein schonendes Umsetzen schwerstpflegebedürftiger Personen durch eine Hilfskraft. Sie werden eingesetzt, wenn andere Umsetzhilfen nicht mehr ausreichend sind, genügend Platz vorhanden ist und der Pflegebedürftige verschiedene Liege- und Sitzmöglichkeiten nutzt (z.B. Bett, Rollstuhl, Sessel).

Der Lifter besteht aus einem Fahrgestell mit einer Hubsäule. An dieser ist ein akkubetriebener Motor befestigt, der über einen Handschalter einen Hubarm mit einem Bügelsystem bewegen kann.

An dem Bügelsystem können verschiedene Hebesysteme (Gurt, Sitz, Hebebügel, Liege) befestigt werden, die es ermöglichen, den Pflegebedürftigen aus einer sitzenden oder liegenden Position aufzunehmen und über den Hubarm anzuheben. So kann die Pflegekraft die am Lifter hängende Person zum Zielort fahren und dort wieder absetzen.
 

Hilfsmittelbeispiele

Zur Illustration der im Ratgeber "Hilfsmittel für die häusliche Pflege" beschriebenen Gegenstände verwendet Barrierefrei Leben e.V. neben eigenen Fotos Bildmaterialien von Dritten (z.B. Vereinen, Verbänden, Herstellern und Händlern). Die Darstellung und Nennung von Produkten und Herstellern dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Empfehlung dar. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Barrierefrei Leben e.V. verkauft keine Produkte!

Für Menschen, die sehr starke Bewegungseinschränkungen in der Arm- und Beinmuskulatur haben oder sich gar nicht mehr bewegen können, z.B. aufgrund von schweren Lähmungserscheinungen, Kraftlosigkeit oder Schmerzpatienten.

  • Material: Aus Stahl oder Alu, dementsprechend ist das Gesamtgewicht des Lifters unterschiedlich. Bei Personen, die mehr als 100 kg wiegen, ist eine Alu-Version zu empfehlen.
  • Räder: 46 cm – 125 cm, als Einzel- oder Zwillingrollen, wobei Zwillingsrollen und/oder größere Räder bessere Fahreigenschaften aufweisen
  • Hubbereich / Hubintervall: 101 cm – 138,5 cm, wobei sich die niedrigste bzw. höchste Position durch unterschiedliche Befestigung der Hubsäule bei vielen Geräten verändern lässt.
  • Fahrgestell: Können starr oder mit einem beweglichen Fahrgestell ausgestattet sein, mit Parallel- oder V-Spreizung, um auch nicht unterfahrbare Einrichtungsgegenstände (z.B. einen Sessel) anfahren zu können.
  • Tragfähigkeit: je nach Modell 120 kg – 300 kg

Hebesysteme (Aufnahmesysteme):

  • Gurte: Zwei- oder dreiteilige Systeme, gepolstert und ungepolstert, ein Gurt wird um den Rücken gelegt und der andere/die anderen um die Oberschenkel. Der Einsatz von Gurten erfordert eine gute Rumpfstabilität.
  • Tücher: Einteilige Systeme, werden in unterschiedlichen Größen angeboten, je nach Körpergröße und Gewicht in den Größen XXS – XXL erhältlich. Der Rückenbereich der Tücher ist unterschiedlich lang und es gibt auch Systeme, die den Rücken- und Kopfbereich abstützen.
  • Spezialtücher: Manche Hersteller bieten Spezialtücher bei Beinamputation oder Skoliose an.
  • Material der Tücher:

    - Polyester:
    meist gleitfähig und gut anzulegen

    - Polyesternetz:
    Atmungsaktiv, meist ohne / mit wenig Nähten, einzusetzen, wenn das Tuch im Stuhl verbleiben soll (z.B. Sitzschale).

    - Kunststoffbeschichtetes Netz:
    zum Baden oder Duschen, da wasserdurchlässig, abwischbar und schnell trocknend
  • Steh- / Laufgurte: In Form einer Weste mit Gurten für die Oberschenkel oder als Sitzhose erhältlich. Setzt eine entsprechende Hubhöhe des Lifters im Verhältnis zur Körpergröße voraus.
  • Hebebügel: Der Metallbügel arbeitet nach dem Scherenprinzip und „umfasst“ den Nutzer beim Anheben. An dem Hebebügel sind rechts und links Oberkörperhalter in der Form von Seitenpolstern befestigt, die seitlich am Brustkorb positioniert werden. An dem Hebebügel hängen außerdem zwei Beinbügel aus Metall, in die die Oberschenkel gelegt werden. Beim Hochfahren des Hebebügels wird der Oberkörper durch die Seitenpolster umfasst, sobald die Beinstützen durch das Körpergewicht belastet werden. Zur Nutzung des Systems ist eine gute Muskelspannung des Oberkörpers notwendig. Das Anlegen des Bügels ist ggf. auch selbständig möglich.
  • Sitze: Metallkonstruktionen mit einem Kunststoffsitz für die Nutzung von Hub-Badewannen, unterfahrbaren Badewannen oder im Schwimmbad.
  • Liegen: Metallkonstruktionen mit einer gepolsterten Liege für die Nutzung von Hub-Badewannen oder im Schwimmbad sowie bei einem liegenden Transport.
  • Zubehör: Viele Hersteller bieten eine Waage an, sie wird zwischen Hubarm und Hebesystem gehängt und verringert dadurch die Hubhöhe.
  • Für einen sicheren Transfer ist es wichtig, ein passendes Tuch / Hebesystem zu finden. Der Lifter und das Hebesystem sollten möglichst vom gleichen Hersteller sein, da sich die Systeme und Aufhängungen teilweise voneinander unterscheiden und deshalb nicht miteinander zu verbinden sind. Zusätzlich besteht die Gefahr, Haftungsansprüche zu verlieren.
  • Bei der Auswahl des geeigneten Aufnahmesystems sollte folgendes berücksichtigt werden:

    - Unter- bzw. Anfahrbarkeit von Bett, Rollstuhl, Sessel, WC usw. bedenken.

    - Bei schwereren zu liftenden Personen sind große Räder und ein geringes Gewicht des Lifters zu empfehlen, um das Schieben zu erleichtern.

    - Je kleiner die Fläche des Aufnahmesystems, desto größer ist der Druck am Körper. Dies ist besonders bei Schmerzpatienten zu berücksichtigen.
     
  • Ein fahrbarer Lifter darf NICHT während des Duschen genutzt werden. Selbst wenn er aus Alu ist, denn die Motoren sind NICHT wasserdicht!

Ergänzend zu den Ratgeberinformationen finden Sie hier Links zu Videos bei YouTube. Die Links dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Empfehlung dar. Gerne können Sie uns einen Vorschlag zur Einbindung eines weiteren Videos machen. Bitte senden Sie den entsprechenden Link an info@online-wohn-beratung.de. Besten Dank!

Wenn Sie gesetzlich versichert sind: Einige fahrbare Lifter und Zubehör (Produktgruppe Mobilitätshilfen / Häuslicher Bereich bzw. Patientenaufnahmesysteme) sind im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgeführt. Liegt ein Rezept von einem Arzt vor, kann das Hilfsmittel von der Krankenkasse finanziert werden.

Wenn Sie privat versichert sind: Bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung (Privatrezept) können die Kosten für das Hilfsmittel von der Privaten Krankenkasse (PKV) erstattet werden, wenn dies im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Bitte fragen Sie vorher gegebenenfalls bei Ihrer Privaten Krankenkasse nach. Die Kostenerstattung für Pflegehilfsmittel erfolgt wie bei der gesetzlichen Pflegekasse.