Ratgeber "Leichtgewicht-Rollator mit Faltmechanismus"

Diese Rollatoren können im Innen- und Außenbereich genutzt werden. Sie werden auch als „Premium-Rollatoren“ bezeichnet, weil sie meist qualitativ hochwertiger gearbeitet sind und über einen handlichen Klappmechanismus verfügen. Außerdem sind sie aus Leichtmetall (Alu, Carbon, Modelle, ab 5 kg) gefertigt und bieten eine große Vielfalt an Ausstattungsvarianten (Farben und Zubehör).

Der einfache Faltmechanismus ermöglicht es, durch eine Scherenkonstruktion die Gehhilfe längs zur Fahrtrichtung zusammen zu klappen und wird daher auch als Längsfalter bezeichnet. Der Sitz ist konstruktionsbedingt aus einem flexiblen Material hergestellt. Das niedrige Gewicht und der Faltmechanismus machen sie handlicher im täglichen Gebrauch. Die Bremsen funktionieren über ein Bowdenzug-System und können durch Heranziehen der Bremshebel dosiert gebremst werden. Werden die Bremshebel nach unten gedrückt, rastet eine Feststellmechanik ein und blockiert die hinteren Räder vollständig (Feststellbremse).

Hilfsmittelbeispiele

Zur Illustration der im Ratgeber "Hilfsmittel für die häusliche Pflege" beschriebenen Gegenstände verwendet Barrierefrei Leben e.V. neben eigenen Fotos Bildmaterialien von Dritten (z.B. Vereinen, Verbänden, Herstellern und Händlern). Die Darstellung und Nennung von Produkten und Herstellern dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Empfehlung dar. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Barrierefrei Leben e.V. verkauft keine Produkte!

Für Personen, die Unterstützung beim Gehen benötigen, z.B. bei Bewegungseinschränkungen, Schmerzen oder bei mangelnder Muskelkraft im Hüft-/Beinbereich, aufgrund einer verringerten Belastbarkeit, aber auch nach Operationen des Knies, der Hüfte oder der Wirbelsäule.

  • Material: meist aus Alu oder Carbon
  • Gewicht: unterschiedlich (ca. 5-8 kg, XXL Modelle mit 200 kg Traglast wiegen ca. 8 kg)
  • Größe: variiert je nach Modell, XXL-Größen möglich
  • Sitz: Unterschiedliche Größen und Formen, auch die Sitzhöhen sind verschieden, die meisten Modelle sind mit einem flexiblen Sitz ausgestattet, es gibt aber auch ein paar Modelle mit einer faltbaren, festen Sitz.
  • Schiebegriffe: werden in verschiedenen Formen angeboten (z. B. anatomisch oder rund)
  • Bremsen: Die Rollatoren sind meist mit einem Bowdenzug-System, teilweise aber auch mit einer Trommelbremse oder einem kabellosen Bremssystem ausgestattet. Außerdem sind die Bremshebel unterschiedlich weit von den Schiebegriffen entfernt. Der Kraftaufwand, mit dem die Bremsen betätigt werden müssen, kann sich erheblich unterscheiden.
  • Räder: Alle Rollatoren der Bauart verfügen über eine pannensichere Vollgummibereifung. Sie unterscheiden sich aber im Raddurchmesser, in der Radbreite, in der Härte und im Profil voneinander. Außerdem gibt es Modelle, bei denen die Bereifung werkzeugfrei gewechselt werden kann (für den Außenbereich eine andere Bereifung als für den Innenbereich).
  • Zubehör: Stufenhilfe, Rückengurt, Korb, Tablett, Stockhalter, Schirm, Tasche, Wechselsatz Räder, Klingel, Beleuchtung, Transporttasche, Handschuhe, Regenschirm

Höheneinstellung der Schiebegriffe

  • Die Schiebegriffe sollten bei aufrechter Körperhaltung und locker hängenden Armen auf Handgelenkshöhe eingestellt werden.

 

Falsche Einstellung der Schiebegriffe führt zu Fehlstellungen und Schmerzen in den Gelenken:

  • Griffe sind zu niedrig eingestellt: Es kommt zu einem nach vorn gebeugten Aufstützen des Nutzers. Die Handgelenke werden zu stark belastet. Außerdem wird die Schulter nach innen rotiert und es kann zu einer Schulterreizung kommen.
  • Griffe sind zu hoch eingestellt: Der Oberarm drückt zu sehr in die Schulter hinein, was zu Entzündungen und Reizzuständen führen kann.

 

Gehen am Rollator:

  • Beim Gehen sollte sich das Becken zwischen den Griffen befinden.
  • Die selbständige Rollator-Nutzung sollte geübt werden, um Fehlbelastungen zu vermeiden und eine größtmögliche Selbständigkeit zu erlangen (aufrechter Gang, das Überwinden von Hindernissen, Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln,…).
  • Teilweise werden dafür spezielle Mobilitäts-Trainingskurse angeboten.
  • Sind starke Einschränkungen beim Gehen und beim Führen des Rollators vorhanden, muss die Einstellung des Rollators und eine Gangschulung über eine/n Physiotherapeuten/in erfolgen.

Ergänzend zu den Ratgeberinformationen finden Sie hier Links zu Videos bei YouTube. Die Links dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Empfehlung dar. Gerne können Sie uns einen Vorschlag zur Einbindung eines weiteren Videos machen. Bitte senden Sie den entsprechenden Link an info@online-wohn-beratung.de. Besten Dank!

Wenn Sie gesetzlich versichert sind: Einige Leichtgewicht-Rollatoren mit Faltmechanismus (Produktgruppe Gehhilfe) sind im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgeführt. Liegt ein Rezept von einem Arzt vor, kann das Hilfsmittel von der Krankenkasse finanziert werden.

Hinweis: Von den Krankenkassen wird nur ein festgelegter Betrag für die Bereitstellung eines Standard-Rollators übernommen. Sind die Modelle teurer, muss der Differenzbetrag privat getragen werden. Auch das Zubehör muss teilweise selbst finanziert werden.

Wenn Sie privat versichert sind: Bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung (Privatrezept) können die Kosten für das Hilfsmittel von der Privaten Krankenkasse (PKV) erstattet werden, wenn dies im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Bitte fragen Sie vorher gegebenenfalls bei Ihrer Privaten Krankenkasse nach. Die Kostenerstattung für Pflegehilfsmittel erfolgt wie bei der gesetzlichen Pflegekasse.