Ratgeber "Drehscheiben"

Die kreisrunde Drehscheibe unterstützt beim Transfer die Drehbewegung des Pflegebedürftigen um die eigene Achse. Sie wird vorwiegend zur Erleichterung des sitzenden bzw. halbsitzenden Transfers eingesetzt. Der Transfer über den Stand ist ebenfalls mit der Drehscheibe möglich. Dies erfordert aber mehr Geschick und Routine der Hilfskraft und kann beim Pflegebedürftigen Schwindel und Angst verursachen.

Die Kunststoff-Doppelscheibe ist drehbar, da sie über ein Kugellager verfügt oder auf anderem Gleitmaterial gelagert ist. Die Scheiben sind mit Anti-Rutsch-Belägen ausgestattet, um ein Wegrutschen zu verhindern. Zum leichteren Umsetzen von einer Sitzgelegenheit auf die andere ist es ratsam, diese im 90 Grad Winkel zueinander zu stellen.

Die Drehscheibe wird dementsprechend auf dem Fußboden positioniert. Die pflegebedürftige Person setzt die Füße auf die Scheibe und hebt (mit Unterstützung der Hilfsperson) durch Gewichtsverlagerung seines Oberkörpers sein Gesäß etwas an, um in eine halb stehende Position zu kommen. Die Hilfskraft kann nun den Pflegebedürftigen um die eigene Achse drehen und ihn auf die gewünschte Sitzgelegenheit setzen.

Hilfsmittelbeispiele

Zur Illustration der im Ratgeber "Hilfsmittel für die häusliche Pflege" beschriebenen Gegenstände verwendet Barrierefrei Leben e.V. neben eigenen Fotos Bildmaterialien von Dritten (z.B. Vereinen, Verbänden, Herstellern und Händlern). Die Darstellung und Nennung von Produkten und Herstellern dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Empfehlung dar. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Barrierefrei Leben e.V. verkauft keine Produkte!

Zum schonenden Transfer für Personen geeignet, die erhebliche Bewegungs- und Funktionseinschränkungen des Beckengürtels und/oder der unteren Extremitäten aufweisen und sich deshalb nicht eigenständig um ihre Körperachse drehen können. Außerdem für Personen mit neurologischen Erkrankungen, die Koordinationsprobleme haben (z.B. bei Krankheiten wie Parkinson, Schlaganfall, Multiple Sklerose).

  • Material:

    - Kunststoff:
    Die meisten Drehscheiben sind aus Kunststoff hergestellt. Sie lassen sich einfach reinigen, was z.B. bei Inkontinenz oder beim Einsatz während des Toilettengangs sinnvoll sein kann.

    - Stoff:
    Die weichen Drehscheiben werden eingesetzt, wenn sich die pflegebedürftige Person ohne Schuhe umsetzt und empfindliche Füße hat. Die Drehscheiben verfügen über zwei rutschgehemmte, weiche Seiten. Zur Reinigung können sie nur feucht abgewischt werden.
  • Größe und Höhe: Die verschiedenen Modelle weisen unterschiedliche Größen und Höhen und somit auch ein unterschiedliches Gewicht auf.
  • Mit und ohne Tragegriff erhältlich.
  • Die Drehscheibe kann zusammen mit einer Bettleiter, einem Rutschbrett, einem Haltegurt und/oder einem Hebegurt (Armverlängerung) genutzt werden.
  • Das Hilfsmittel ist besonders für den sitzenden oder halbsitzenden Transfer geeignet. Der Transfer über den Stand ist ebenfalls mit der Drehscheibe möglich. Er erfordert aber mehr Geschick und Routine der Hilfskraft und kann beim Pflegebedürftigen Schwindel und Angst verursachen.
  • Die Hilfsperson muss über eine gewisse Geschicklichkeit und Routine verfügen, deshalb sollte der Hilfsmitteleinsatz geübt werden. Viele Pflegedienste und Träger im Bereich der Pflege bieten Kurse zum rückenschonenden Arbeiten für pflegende Angehörige an. Die Kosten werden von der Pflegekasse übernommen.
Kuhn und Bieri AG

Ergänzend zu den Ratgeberinformationen finden Sie hier Links zu Videos bei YouTube. Die Links dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Empfehlung dar. Gerne können Sie uns einen Vorschlag zur Einbindung eines weiteren Videos machen. Bitte senden Sie den entsprechenden Link an info@online-wohn-beratung.de. Besten Dank!

Wenn Sie gesetzlich versichert sind: Einige Drehscheiben sind im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgeführt. Liegt ein Rezept von einem Arzt vor, kann das Hilfsmittel von der Krankenkasse finanziert werden.

Wenn Sie privat versichert sind: Bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung (Privatrezept) können die Kosten für das Hilfsmittel von der Privaten Krankenkasse (PKV) erstattet werden, wenn dies im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Bitte fragen Sie vorher gegebenenfalls bei Ihrer Privaten Krankenkasse nach. Die Kostenerstattung für Pflegehilfsmittel erfolgt wie bei der gesetzlichen Pflegekasse.