Ratgeber "Toilettensitzerhöhungen (WC-Aufsatz)"

Die gebrauchsübliche Höhe von Toilettenbecken ist für Personen mit Bewegungseinschränkungen häufig zu niedrig und verursacht zusätzliche Beschwerden und Unsicherheiten. Der Einsatz einer Toilettensitzerhöhung erleichtert das Hinsetzen und Aufstehen.

WC-Aufsätze dienen der Erhöhung der WC-Sitzhöhe. Sie sind vorwiegend aus Kunststoff gefertigt und werden häufig anstelle der handelsüblichen WC-Brille auf das WC-Becken montiert. Die Aufsätze sind mit einer Toilettenbrille oder einer der Form einer Toilettenbrille nachempfundenen Auflagefläche ausgestattet. Sie werden mit Schrauben fest an dem Toilettenbecken befestigt oder durch Metallklammern festgeklemmt.

Hilfsmittelbeispiele

Zur Illustration der im Ratgeber "Hilfsmittel für die häusliche Pflege" beschriebenen Gegenstände verwendet Barrierefrei Leben e.V. neben eigenen Fotos Bildmaterialien von Dritten (z.B. Vereinen, Verbänden, Herstellern und Händlern). Die Darstellung und Nennung von Produkten und Herstellern dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Empfehlung dar. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Barrierefrei Leben e.V. verkauft keine Produkte!

Für Menschen mit eingeschränkter Fähigkeit des Hinsetzens und Aufstehens z.B. durch fehlende Kraft, Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen in der Wirbelsäule, Hüfte, Beinen und/oder der Knie. Auch für größere Menschen, bei Kreislaufschwäche oder Schwindelgefühl einsetzbar.

  • Feste Höhe oder mit Höheneinstellung: Die Aufsätze sind entweder mit einer festen Höhe oder auch mit einer Höheneinstellung (die Höhe wird individuell eingestellt) ausgestattet.
  • Befestigung: fest verschraubt oder mit Klammern festgeklemmt
  • Mit oder ohne WC-Deckel
  • Armlehnen: Es gibt Modelle, die mit hochklappbaren / abnehmbaren Armlehnen ausgestattet sind.
  • Unterschiedliche Toiletten-Öffnungen: Die Öffnungen der Aufsätze sind unterschiedlich groß, teilweise sind die Toilettensitze mit einer nach vorne abgeflachten Pflegeöffnung ausgestattet, um eine problemlosere Intimhygiene im Sitzen zu ermöglichen.
  • Spezialsitze:

    Antidekubitussitze: Für Menschen, die lange auf dem WC-Becken sitzen und dekubitusgefährdet sind, gibt es gepolsterte WC-Sitzerhöhungen.

    Mit Arthrodesensitz: Für Menschen mit starken Bewegungseinschränkungen oder Gelenkversteifungen in den Knien oder der Hüfte geeignet. Der Sitz ist im vorderen Bereich ein Viertel oder halb abgeflacht.

    Mit eingebauter Intimdusche: (siehe WC-Sitzerhöhungen mit Duschvorrichtung)
  • Wahl der Sitzhöhe: Es ist darauf zu achten, dass der Nutzer, wenn er auf der Toilettensitzerhöhung sitzt, mit den Füßen Bodenkontakt hat. Der Bodenkontakt ist notwendig, um eine gute Sitzstabilität und eine entkrampfte Sitzhaltung (wichtig bei der Darmentleerung) zu erreichen.
  • Besonders bei großen und/oder schweren Menschen, die sich beim Hinsetzen auf das WC-Becken fallen lassen, muss eine Toilettensitzerhöhung mit stabiler Befestigung (Stahlschrauben mit direkter Befestigung an dem Keramik-Becken) gewählt werden.
  • Benutzen verschiedene Personen das WC, müssen bei der Wahl der Sitzhöhe alle Nutzer mit berücksichtigt werden.
SPAHN REHA GmbH

Ergänzend zu den Ratgeberinformationen finden Sie hier Links zu Videos bei YouTube. Die Links dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Empfehlung dar. Gerne können Sie uns einen Vorschlag zur Einbindung eines weiteren Videos machen. Bitte senden Sie den entsprechenden Link an info@online-wohn-beratung.de. Besten Dank!

Wenn Sie gesetzlich versichert sind: Einige Toilettensitzerhöhungen sind im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgeführt. Liegt ein Rezept von einem Arzt vor, kann das Hilfsmittel von der Krankenkasse finanziert werden.

Wenn Sie privat versichert sind: Bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung (Privatrezept) können die Kosten für das Hilfsmittel von der Privaten Krankenkasse (PKV) erstattet werden, wenn dies im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Bitte fragen Sie vorher gegebenenfalls bei Ihrer Privaten Krankenkasse nach. Die Kostenerstattung für Pflegehilfsmittel erfolgt wie bei der gesetzlichen Pflegekasse.