Ratgeber "Gel-Sitzkissen"

Gelkissen dienen der Vorbeugung von Druckgeschwüren (Dekubitusprophylaxe). Sie bewirken im Sitzen eine Scherkraftminderung und Stoßdämpfung.

Die Kissen bestehen aus Gel, das durch eine Kunststofffolie in Form gehalten wird. Das verformbare Gel passt sich dem Körper an. Dadurch kommt es zu einer gleichmäßigen Druckverteilung und Stoßdämpfung. Außerdem werden durch die Fließeigenschaften des Gels die Scherkräfte vermindert.

Es gibt auch kombinierte Gel- und Schaumsitzkissen. Bei den Kissen sorgt eine zusätzlich eingearbeitete Schaumstoffschicht für eine Weichlagerung. Je nach Ausformung (z. B. anatomisch geformt) und Härtegrad des Schaumstoffes kann das Kissen dann auch zur Sitzunterstützung dienen. Die Sitzfläche ist glatt oder strukturiert.

Hilfsmittelbeispiele

Zur Illustration der im Ratgeber "Hilfsmittel für die häusliche Pflege" beschriebenen Gegenstände verwendet Barrierefrei Leben e.V. neben eigenen Fotos Bildmaterialien von Dritten (z.B. Vereinen, Verbänden, Herstellern und Händlern). Die Darstellung und Nennung von Produkten und Herstellern dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Empfehlung dar. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Barrierefrei Leben e.V. verkauft keine Produkte!

Für Patienten, die lange im Rollstuhl sitzen, ein erhöhtes Dekubitus-Risiko haben und/oder bereits ein Dekubitus hatten. Zum Beispiel bei Lähmungen, Kraftlosigkeit, Hautempfindungsstörungen und/oder starken Schmerzen.

  • Größen: unterschiedliche Breiten, Längen und Höhen
  • Material: aus Hart- oder Weichgel auf Wasser-, Silikon- oder Polymerbasis, teilweise auch in Kombination mit Schaumstoffen
  • Oberfläche: glatt (erhöhtes Schwitzen möglich) oder mit strukturierter Oberfläche (Luftzirkulation)
  • Bezug: abnehmbar und waschbar
  • Die Sitzkissen können eine manuelle Lagerung nicht ersetzen. Teilweise kann durch den Hilfsmitteleinsatz aber die Dauer des Sitzens verlängert werden.
  • Sollte ein Dekubitus im Gesäßbereich bestehen, ist eine totale Entlastung des gesamten Bereichs notwendig. Die pflegebedürftige Person sollte bis zur Abheilung überwiegend im Bett gelagert werden (z. B. Seitenlagerung).
  • Eine Ermittlung des Dekubitusrisikos vor der Versorgung mit dem Hilfsmittel ist wichtig. Anhand dieser Beurteilung kann ein geeignetes Produkt ausgesucht werden.
  • Gelkissen sind nur eingeschränkt nutzbar, wenn eine gute Druckverteilung erforderlich ist.
  • Reine Gelkissen sind sehr schwer, kombinierte Gel- und Schaumsitzkissen sind leichter.
  • Nur den mitgelieferten, flexiblen Sitzbezug verwenden. Keine weiteren Sitzauflagen (Felle, Zellstoffauflagen …) auf das Antidekubitussitzkissen legen. Die Wirkung des Kissens wird dadurch vermindert. Außerdem kann es beim Verrutschen der Auflagen zur Faltenbildung mit erhöhter Dekubitusgefahr kommen.
  • Vor dem Transfer in den Rollstuhl sollte immer die richtige Lage des Rollstuhlkissens überprüft werden (wo ist vorne, wo hinten). Außerdem ist auf Gegenstände unter dem Kissen oder im Kissenbezug zu achten, da diese schädlichen Druck ausüben können.

Wenn Sie gesetzlich versichert sind: Einige Gel-Sitzkissen (Produktgruppe Hilfsmittel gegen Dekubitus) sind im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgeführt. Liegt ein Rezept von einem Arzt vor, kann das Hilfsmittel von der Krankenkasse finanziert werden.

Wenn Sie privat versichert sind: Bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung (Privatrezept) können die Kosten für das Hilfsmittel von der Privaten Krankenkasse (PKV) erstattet werden, wenn dies im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Bitte fragen Sie vorher gegebenenfalls bei Ihrer Privaten Krankenkasse nach. Die Kostenerstattung für Pflegehilfsmittel erfolgt wie bei der gesetzlichen Pflegekasse.