Ratgeber "Elektrorollstühle für den Außen- und Innenbereich"

Elektrorollstühle für den Außen- und Innenbereich sind wendig, um sie im Innenbereich einsetzen zu können und robust für den Außenbereich. Sie bestehen meistens aus einer elektrischen Fahreinheit mit zwei größeren Antriebsrädern (hinten), zwei mitlaufenden Schwenkrädern (vorne) und einer Sitzeinheit. Angetrieben wird der Rollstuhl über Elektromotoren, die über wieder aufladbare Batterien versorgt werden. Durch ein mitgeliefertes Ladegerät können diese an einer Steckdose aufgeladen werden.

Die Geschwindigkeitsregelung und die Lenkung erfolgt über eine elektronische Steuerung mit einem Joystick (Steuerknüppel). Die Armlehnen und Fußstützen sind abnehm- oder wegschwenkbar. Die Sitzeinheit ist in verschiedenen Varianten erhältlich, dadurch ist eine individuelle Anpassung an die behinderungsbedingten Anforderungen des Nutzers möglich. Weil der Elektrorollstuhl auch im Außenbereich genutzt wird, ist eine Beleuchtungsanlage vorhanden.

Hilfsmittelbeispiele

Zur Illustration der im Ratgeber "Hilfsmittel für die häusliche Pflege" beschriebenen Gegenstände verwendet Barrierefrei Leben e.V. neben eigenen Fotos Bildmaterialien von Dritten (z.B. Vereinen, Verbänden, Herstellern und Händlern). Die Darstellung und Nennung von Produkten und Herstellern dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Empfehlung dar. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Barrierefrei Leben e.V. verkauft keine Produkte!

Für Personen mit einer starken Gehbehinderung oder ohne Gehvermögen, die nicht in der Lage sind, sich in einen manuellen Rollstuhl selbständig fortzubewegen (z.B. fehlende oder eingeschränkte Armmotorik).

  • Unterschiedliche Größen und damit auch unterschiedliche Wendekreise
  • Gewicht: je nach Modell und Ausstattung sehr unterschiedlich
  • Geschwindigkeit: meist 6 km/h auch 10, 12 oder 15 km/h möglich
  • Antrieb:

    - Hinterradantrieb / Heckantrieb
    Der Heckantrieb ist die meist verwendete Antriebsart bei Elektrorollstühlen. Die zwei großen Antriebsräder befinden sich hinten, die etwas kleineren Lenkräder vorne. Die Rollstühle haben gute Fahreigenschaften, aber einen etwas größeren Wendekreis.

    - Mittelantrieb:
    Der Rollstuhl verfügt über sechs Räder: je zwei kleinere Lenkräder vorne und hinten, in der Mitte zwei größere Antriebsräder. Alle Räder haben eine Einzelradaufhängung und sind dadurch die ganze Zeit im Kontakt zum Untergrund, was ein ruhiges Fahren möglich macht. Ein Elektrorollstuhl mit Mittelantrieb kann sich auf der Stelle drehen, dadurch sind ein kleiner Wendekreis und eine gute Manövrierbarkeit möglich.

    -Frontantrieb/Vorderradantrieb:
    Der Rollstuhl hat die großen Antriebsräder vorne und die kleineren Lenkräder hinten. Durch die großen Antriebsräder können auch höhere Kanten überwunden werden. Der Wenderadius ist klein, aber beim Wenden muss auf das Ausschwenken des Hecks geachtet werden. 
  • Sitzeinheit: Verschiedene Formen und Polsterungen erhältlich, meist werden vom Hersteller verschiedene Rückenlehnen und Sitzflächen angeboten, es können aber auch spezielle Anti-Dekubituskissen oder spezielle Sitzhilfen für Rollstühle benutzt werden.
  • Sitzkantelung: teilweise elektrisch möglich
  • Rückenlehne: starr oder auch mit manueller oder elektrischer Rückenlehnverstellung möglich
  • Beinstützen: wegschwenk- oder abnehmbar, teilweise mit manueller oder elektrischer Beinstützenverstellung (zur Beinhochlagerung)
  • Sitzhöhe: fest oder mit elektrischer Hubfunktion (um höher liegende Dinge zu greifen oder als Aufstehhilfe)
  • Sitztiefe: einstellbar
  • Seitenteil mit Armlehne: breiten- und höhenverstellbar zur Anpassung an den Nutzer, teilweise abnehmbar
  • Steuerung: Meist wird ein Elektrorollstuhl mit Hilfe eins Joysticks (kleiner Steuerknüppel), der sich an einem Bedienpult befindet, gesteuert. Die Bedienpulte können rechts oder links montiert werden. Der Joystick hat standardmäßig die Form eines kleinen Stabs, es werden aber auch andere Aufsätze für den Joystick angeboten (z.B. verschiedene Kugeln, dickere Stäbe). Sondersteuerungen sind ebenfalls möglich, z. B. Tischplattensteuerung, Fingersteuerung, Tablettsteuerung. Auch Steuerungen über den Fuß, das Kinn, den Kopf, die Lippen oder über die Augen sind möglich.
  • Dämpfung: Ist unterschiedlich, bei vorwiegender Nutzung im Außenbereich (besonders bei Schmerzpatienten) ist ein gut gefedertes Fahrwerk oder ein spezielles Dämpfungssystem wichtig.
  • Licht und Blinker: Müssen immer vorhanden sein.
  • Testfahrt vor Genehmigung der Krankenkasse: Das Sanitätshaus muss feststellen, ob eine sachgerechte Bedienung des Elektrorollstuhles (Fahrtauglichkeit) möglich ist.
  • Stellplatz: Außerdem muss das Sanitätshaus für die Krankenkasse überprüfen, ob eine wetterfeste und diebstahlsichere Unterbringungsmöglichkeit für den Elektrorollstuhl vorhanden ist.
Netti by Alu Rehab

Ergänzend zu den Ratgeberinformationen finden Sie hier Links zu Videos bei YouTube. Die Links dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Empfehlung dar. Gerne können Sie uns einen Vorschlag zur Einbindung eines weiteren Videos machen. Bitte senden Sie den entsprechenden Link an info@online-wohn-beratung.de. Besten Dank!

Wenn Sie gesetzlich versichert sind: Einige Elektrorollstühle mit 6 km/h (Produktgruppe Behinderten- und Krankenfahrzeuge) sind im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgeführt. Liegt ein Rezept von einem Arzt vor, kann das Hilfsmittel von der Krankenkasse finanziert werden.

Wenn Sie privat versichert sind: Bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung (Privatrezept) können die Kosten für das Hilfsmittel von der Privaten Krankenkasse (PKV) erstattet werden, wenn dies im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Bitte fragen Sie vorher gegebenenfalls bei Ihrer Privaten Krankenkasse nach. Die Kostenerstattung für Pflegehilfsmittel erfolgt wie bei der gesetzlichen Pflegekasse.