Ratgeber "Badewannenlifter"

Badewannenlifter erleichtern das Ein- und Aussteigen aus der Badewanne. Das transportable Gerät wird mittels vier Saugnäpfen am Badewannenboden befestigt. Es besteht meist aus einer Hubeinheit mit einer Sitzfläche und einer Rückenlehne. Über eine Bedieneinheit kann das Gerät in der Badewanne senkrecht nach oben bzw. unten bewegt werden. Beim Einstieg befindet sich der Sitzfläche der Lifters auf Wannenrandhöhe. Die pflegebedürftige Person stellt sich mit dem Rücken zur Badewanne, setzt sich auf den Sitz und schwingt dann die Beine in die Badewanne. Nach Betätigung des Hubmechanismus wird sie Richtung Wannenboden abgesenkt. In umgekehrter Reihenfolge wird der Ausstieg aus der Wanne ermöglicht.

Hilfsmittelbeispiele

Zur Illustration der im Ratgeber "Hilfsmittel für die häusliche Pflege" beschriebenen Gegenstände verwendet Barrierefrei Leben e.V. neben eigenen Fotos Bildmaterialien von Dritten (z.B. Vereinen, Verbänden, Herstellern und Händlern). Die Darstellung und Nennung von Produkten und Herstellern dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Empfehlung dar. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Barrierefrei Leben e.V. verkauft keine Produkte!

Für Personen, die nicht selbständig in die Badewanne ein- und aussteigen können bzw. bei denen ein Hin- und Aufsetzen nicht mehr möglich ist, z.B. aufgrund von Bewegungseinschränkungen der unteren und/oder der oberen Gliedmaßen.

Eine Sitzfähigkeit und Restfunktionen der Gliedmaßen sollten noch vorhanden sein.

  • Standardmodell/Akkubetrieben: Die Variante besteht aus einem akkubetriebenen Scheren-Hubsystem und einer Sitzfläche mit verstellbarer Rückenlehne.
  • Manuelle Badewannenlifter: Sie bestehen aus einem manuellen Hubsystem, das über eine Handkurbel bedient wird.
  • Luftkammersystem: Mittels eines Kompressors wird das mehrzellige Luftkammersystem bis auf die Höhe des Badewannenrandes aufgepumpt. Zum Absenken wird ein Ventil geöffnet, die Luft entweicht durch das Körpergewicht und die Person wird auf den Badewannenboden abgesenkt.
  • Gurtbandlifter: An die Wand neben der Badewanne wird ein Gehäuse mit einem Akkumotor und einem eingebauten Gurtband montiert. Das Gurtband wird aus dem Gehäuse herausgezogen, über die Wanne gespannt und am Boden befestigt. Der Nutzer stellt sich mit dem Rücken zur Badewanne, setzt sich auf den gespannten Gurt und schwenkt seine Beine in die Badewanne. Durch Betätigung einer Fernbedienung wird das Gurtband weiter ausgerollt und der Nutzer sinkt auf den Badewannenboden. Es ist zu beachten, dass eine stabile Sitzposition eingenommen werden muss, wenn der Gurt abgelassen bzw. hochgezogen wird.
  • Mit Hubsäule: Dieser Badewannenlift besteht aus einer Hubsäule und einen Sitz mit Rückenlehne. Der Lifter wird außerhalb der Badewanne (meist am Boden) befestigt. Der Nutzer setzt sich auf den Sitz, wird über die Hubsäule nach oben gefahren, in die Wanne geschwenkt und dort abgelassen. Es gibt diese Modelle mit einer manuellen oder elektrisch zu bedienenden Hubsäule, außerdem mit automatischer oder manueller Schwenkeinheit.
  • Nicht alle aufgeführten Varianten sind als Hilfsmittel bei der Kasse gelistet. Bei der Auswahl sollten die individuelle Situation, räumliche Gegebenheiten und vor allem die Einschränkungen/Restfähigkeiten des Nutzers berücksichtigt werden.
  • Die meisten Badewannenlifter können konstruktionsbedingt nicht ganz bis auf den Badewannenboden abgesenkt werden, ein richtiges „Vollbad“ ist somit nicht möglich. Nur die Badewannenlifter mit Luftkammersystem und die Gurtbandlifter gewährleisten eine vollständige Absenkung des Nutzers bis zum Badewannenboden.

Ergänzend zu den Ratgeberinformationen finden Sie hier Links zu Videos bei YouTube. Die Links dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Empfehlung dar. Gerne können Sie uns einen Vorschlag zur Einbindung eines weiteren Videos machen. Bitte senden Sie den entsprechenden Link an info@online-wohn-beratung.de. Besten Dank!

Wenn Sie gesetzlich versichert sind: Einige Badewannenlifter sind im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgeführt. Liegt ein Rezept von einem Arzt vor, kann das Hilfsmittel von der Krankenkasse finanziert werden, bei Sondermodellen ggf. mit Eigenanteil.

Wenn Sie privat versichert sind: Bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung (Privatrezept) können die Kosten für das Hilfsmittel von der Privaten Krankenkasse (PKV) erstattet werden, wenn dies im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Bitte fragen Sie vorher gegebenenfalls bei Ihrer Privaten Krankenkasse nach. Die Kostenerstattung für Pflegehilfsmittel erfolgt wie bei der gesetzlichen Pflegekasse.