Ratgeber "Adaptivrollstühle / Aktivrollstühle"

Adaptivrollstühle können optimal an die behinderungsbedingten Bedürfnisse des Nutzers angepasst werden. Ein niedriges Gewicht, gute Sitzeigenschaften und ein geringer Fahrwiderstand zeichnen die Adaptivrollstühle aus. Sie werden für Personen, die lange im Rollstuhl sitzen (Dauersitzer) und sich selbständig fortbewegen, eingesetzt.

Die persönliche Sitzabmessung (Sitztiefe, Sitzbreite und Rückenhöhe), die Sitzneigung und die Sitzhöhe können genau angepasst werden. Außerdem ist die Einstellung des Schwerpunktes des Rollstuhles möglich. Der Rahmen ist in der Regel über eine Kreuzstrebe in der Längsachse faltbar. Die Greifreifen sind für den Transport über eine Steckachse leicht abzunehmen. Der Sitz und die Rückenlehne sind aus flexiblem Nylon-Material hergestellt.

Durch vielfältige Ausstattungsvarianten und eine große Kombinationsvielfalt ist eine Anpassung an alle behinderungsbedingten Anforderungen möglich. Es steht eine Auswahl von mehreren Rückenteilen, Seitenteilen, Fußstützen, Schwenkrollen und Antriebsräder zur Verfügung.

Nähere Informationen siehe „Sitzhilfen für Rollstühle“ und „Vermeiden von Druckgeschwüren im Rollstuhl“.

Hilfsmittelbeispiele

Zur Illustration der im Ratgeber "Hilfsmittel für die häusliche Pflege" beschriebenen Gegenstände verwendet Barrierefrei Leben e.V. neben eigenen Fotos Bildmaterialien von Dritten (z.B. Vereinen, Verbänden, Herstellern und Händlern). Die Darstellung und Nennung von Produkten und Herstellern dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Empfehlung dar. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Barrierefrei Leben e.V. verkauft keine Produkte!

Dieser Rollstuhltyp eignet sich bei Gehunfähigkeit bzw. stark eingeschränkter Gehfähigkeit, um sich in der Wohnung selbständig fortzubewegen und die Wohnung zu verlassen. Die Versorgung mit einem Adaptivrollstuhl ist möglich, wenn die Versorgung mit einem Leichtgewichtrollstuhl aus behinderungsbedingten Gründen nicht ausreichend ist.

  • Gewicht: je nach verwendetem Material, Größe und Zubehör, 10 kg – 15 kg
  • Material: meist Aluminium, teilweise mit Teilen aus Plastik oder Carbon
  • Verschiedene Anpass- und Einstellmöglichkeiten sind möglich, die Rollstühle werden nach den Körpermaßen und den behinderungsbedingten Anforderungen des Nutzers (Sitzbreite, Sitztiefe, Sitzhöhe, Rückenlehnhöhe) gebaut und angepasst.
  • Zubehörteile sind wählbar, z. B.: verschiedene Armlehnen, unterschiedliche Rückenlehnen, höhenverstellbare Schiebegriffe, Trommelbremse für Begleitperson, anpassbare Rückenbespannung, verschiedene Beinstützen und Fußplatten, Kippschutz
  • Besonderer Hinweis
    Der Rollstuhl muss an die persönlichen Bedürfnisse des Nutzers angepasst werden. Die Sitzbreite, Sitzhöhe, Sitztiefe und Rückenlehnhöhe werden deshalb von einem Sanitätshaus-Mitarbeiter ausgemessen, außerdem sollte die Wahl der Zubehörteile abgesprochen werden.
  • Ein Rollstuhlsitzkissen wird extra ausgewählt und bei dem Kostenträger beantragt. Das Kissen muss den behinderungsbedingten Anforderungen (z. B. Vorbeugung eines Druckgeschwüres, Dekubitusprophylaxe) entsprechen. Siehe auch „Sitzen im Rollstuhl“ und „Vermeiden von Druckgeschwüren im Rollstuhl“.
  • Die selbständige Rollstuhlnutzung sollte geübt werden, um Fehlbelastungen zu vermeiden und eine größtmögliche Selbständigkeit zu erlangen. Es werden dafür spezielle Mobilitäts- und Rollstuhl-Trainingskurse angeboten (Link zu Kursangeboten).
    Die Kosten für die Kurse werden teilweise von den Krankenkassen übernommen. Auch können Ergo- oder Physiotherapeuten ein ärztlich verordnetes Rollstuhltraining durchführen.

Ergänzend zu den Ratgeberinformationen finden Sie hier Links zu Videos bei YouTube. Die Links dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Empfehlung dar. Gerne können Sie uns einen Vorschlag zur Einbindung eines weiteren Videos machen. Bitte senden Sie den entsprechenden Link an info@online-wohn-beratung.de. Besten Dank!

Wenn Sie gesetzlich versichert sind: Einige Adaptivrollstühle (Produktgruppe Kranken-/Behindertenfahrzeuge) sind im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgeführt. Liegt ein Rezept von einem Arzt vor, kann das Hilfsmittel von der Krankenkasse finanziert werden.

Wenn Sie privat versichert sind: Bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung (Privatrezept) können die Kosten für das Hilfsmittel von der Privaten Krankenkasse (PKV) erstattet werden, wenn dies im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Bitte fragen Sie vorher gegebenenfalls bei Ihrer Privaten Krankenkasse nach. Die Kostenerstattung für Pflegehilfsmittel erfolgt wie bei der gesetzlichen Pflegekasse.