Ratgeber "Schlafzimmer ans Älterwerden anpassen"

Aufstehbett in Sitzposition

Motorisch bedienbare Aufstehbetten entlasten und erhalten die Selbständigkeit.

© Mühle Müller Pflegebetten

Im Schlafzimmer sind ausreichende Bewegungsflächen und ein angemessenes Bett sowie eine gute Beleuchtung ausschlaggebend, damit der Raum bequem und sicher zum Schlafen sowie zum An- und Auskleiden genutzt werden kann.

Überlegen Sie, welche der nachstehenden Maßnahmen für Ihr Schlafzimmer geeignet sein könnten: 

  • Wenn das Bett als niedrig empfunden wird, sollte die Höhe angepasst werden. Die richtige Höhe - Matratze in Sitzhöhe - erleichtert das Aufstehen und Hinlegen. Die Betterhöhung kann auf unterschiedliche Weise vorgenommen werden. Die einfachste Möglichkeit sind Erhöhungsblöcke für das Bett. Wenn individuelle Verlängerungen der Bettpfosten sinnvoll sind, sollten diese fachgerecht durch einen Tischler/Schreiner vorgenommen werden. Mehr Komfort bieten elektrisch verstellbare Einlegerahmen mit Lattenrost (Bett-im-Bett System) oder ein elektrisch höhenverstellbares Aufstehbett.
  • Hilfreich kann eine Bügelstütze zum Aufstützen oder eine Bettaufrichthilfe wie z.B. eine Bügelstütze oder ein Bettgalgen sein.
  • Komfort ermöglicht ein Lattenrost, das - neben der Höhenverstellung - auch elektrisch verstellbare Kopf- und Fußteile hat.
  • Neben dem Bett sollten in angenehmer Griffnähe Ablageflächen z.B. für den Wecker, ein Buch, die Brille und das Telefon zur Verfügung stehen.
  • Eine körpergerechte Matratze ist insbesondere bei körperlichen Einschränkungen eine gute Investition in die Gesundheit.
  • Wenn zwischen Bett und Schränken keine ausreichenden Bewegungsflächen vorhanden sind, sollte Platz geschaffen werden. Eine Möglichkeit kann eine Ummöblierung sein. Falls dies nicht machbar ist, sind Schränke mit Schiebetüren eine gute Lösung. Fragen Sie Ihren Tischler/Schreiner, ob er einen Umbau vornehmen kann.
  • Wenn die Kleider und die Wäsche in den Schränken schwer erreichbar sind, ließen sich Kleiderstange und einige Einlegeböden niedriger anbringen. 
  • Das Schlafzimmer sollte ausreichend beleuchtet und der Lichtschalter oder eine Nachttischlampe vom Bett aus gut erreichbar sein. Für den, der nachts zwischendurch Licht benötigt, sollte ein Dimmer verwendet werden, damit sich durch zu helles Licht das Wiedereinschlafen nicht zu sehr in die Länge zieht. Für den nächtlichen Toilettengang kann der Weg vom Schlafzimmer zum WC mit kleinen Steckdosenleuchten oder anderen Lichtorientierungssystemen sicherer gemacht werden.
  • Empfehlenswert ist des Weiteren die Installation eines zweiten Telefonanschlusses neben dem Bett oder ein schnurloses Zweitgerät.

Das Bett, die Schränke und das Fenster sollten leicht zugänglich sein. Dafür sollten ausreichende Bewegungsflächen geschaffen werden:

  • Barrierefrei ist ein Schlafzimmer, wenn folgende Bewegungsflächen vorhanden sind. Vor Schränken und vor Betten (Querseite) je 90 cm, vor der Längsseite eines Bettes 120 cm und vor der anderen Bettlängsseite 90 cm.
  • Rollstuhlnutzer benötigen zusätzlich eine Bewegungsfläche von mindestens 150 cm in der Breite und 150 cm in der Tiefe an der Längsseite des Bettes und vor Schränken, damit der Rollstuhl im Raum gewendet werden kann. Vor mindestens einem Fenster sollte ausreichend Bewegungsfläche vorhanden sein, damit das Fenster mit dem Rollstuhl erreichbar ist. Die Höhe der Fensterbrüstung sollte den Blick nach draußen ermöglichen. 
  • Bei Bedarf sollte das Bett so angeordnet werden, dass es von drei Seiten zugänglich ist.
2 Beispiele: Arbeitsstuhl mit höhenverstellter Sitzfläche am  Bett und am Kleiderschrank

Beispiel: Arbeitsstuhl mit Rollen. Ausreichende Bewegungsflächen erleichtern die Mobilität im Schlafzimmer - schaffen Sie ggf. Platz durch Umräumen.

© VELA

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Ein elektrischer Garderobenlift erleichtert das Ankleiden. Ideal für Rollstuhlfahrer.

© Granberg