Ratgeber "Badumbau bei Rollstuhlnutzung: Duschplatz"

Der Einbau einer Dusche sollte entsprechend der DIN 18040-2 "Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen: Wohnungen" erfolgen. Für eine barrierefreie und uneingeschränkte Nutzung mit dem Rollstuhl ergeben sich sinngemäß folgende Empfehlungen:

  • Der Duschplatz muss, für das leichte und sichere Befahren mit einem Rollstuhl, niveaugleich zum angrenzenden Bodenbereich sein. In der Alltagssprache werden dafür unter anderem die Bezeichnungen bodengleiche bzw. ebenerdige Duschen verwendet. Eine Absenkung im Übergangsbereich darf maximal 2 cm betragen.
  • Ausstattung mit einem rutschhemmenden Bodenbelag (sinngemäß nach GUV-I 8527 mindestens Bewertungsgruppe B)
  • Nachrüstmöglichkeit für einen Dusch-Klappsitz (Sitzhöhe von 46 bis 48 cm)
  • Nachrüstmöglichkeit für beidseitige Stützklappgriffe. Die Griffe sollten 15 cm über die Sitzvorderkante ragen. Die Oberkante der Griffe sollte 28 cm über der Sitzfläche liegen. Der Abstand zwischen den Griffen sollte 65 bis 70 cm betragen.
  • Der Duschplatz sollte eine Bewegungsfläche von 150x150 cm aufweisen. Beim Umbau eines kleineren Bades darf sich die Fläche des Duschplatzes mit anderen Bewegungsflächen im Bad überschneiden, um das möglichst uneingeschränkte Fahren, Drehen und Wenden mit dem Rollstuhl zu ermöglichen.
  • Als Armatur sollte eine Einhebelarmatur oder berührungslose Armatur verwendet werden (Temperaturbegrenzer 45 Grad Celsius). Die Armatur sollte in sitzender Position gut erreichbar sein.  Die empfohlene Montagehöhe liegt bei 85 cm Höhe über den Fußboden. Bei mehreren Elementen (z.B. Armatur und  Duschhandlauf) ist eine Anordnung bis zu 105 cm Höhe über den Fußboden zulässig. Zur Vermeidung von Verletzungen, insbesondere bei sehbehinderten und blinden Menschen, sollte bei Einhebel-Dusch-Armaturen der Hebel nach unten weisen.

Hinweis: Situationsbedingt können zusätzliche oder andere Anforderungen (z.B. Transfer mit einem Deckenliftsystem) notwendig sein.

Beispiel eines Eckduschplatzes für Rollstuhlnutzer: Bodengleich verfliestes Duschelement mit Duschrinne (rutschhemmend), 2 nach innen und außen klappbaren Duschtür mit feststehenden Glaselementen, Thermostatarmatur, Brausehalterstange mit einer Kopf- u
Duschplatz für Rollstuhlnutzer
Beispiel eines Eckduschplatzes für Rollstuhlnutzer
Duschplatz für Rollstuhlnutzer

Antworten zu häufig gestellten Fragen:

Beispiel für einen, von drei Seiten zugänglichen Duschplatz für Rollstuhlnutzer: Niveaugleich zum Fußboden befahrbare Duschwanne, dreiseitiger Duschvorhang als Spritzschutz, Thermostatarmatur, winkelförmiger Duschhandlauf mit integrierter Brausehalte
Duschplatz für Rollstuhlnutzer
  • Vor dem Umbau muss geklärt werden, ob der Bodenaufbau für die Entwässerung einer bodengleichen Dusche ausreichend hoch ist. Bei Bädern im Erdgeschoss oder Hochparterre kann die Entwässerung in der Regel problemlos im Bereich der Kellerdecke erfolgen. Bei Bädern im Obergeschoss kann die Aufbauhöhe mit einer einfachen Bohrung durch die Fliesen und den Estrich bis auf den Rohboden ermittelt werden. Wenn wegen fehlender Höhe keine Schwerkraftentwässerung möglich ist, kann ein spezielles Abpumpsystem eingebaut werden.
  • Der Stand der Entwässerungstechnik ermöglicht eine bodengleiche Gestaltung des Duschbereichs ohne Kante. Der Verzicht auf eine Kante beim Übergang vom Duschplatz zum Fußboden erleichtert das Befahren und bietet mehr Sicherheit vor Stürzen.
  • Ein wandmontierter Klappsitz oder ein in ein Handlaufsystem eingehängter Klappsitz bieten eine bessere Bewegungsmöglichkeit als Duschhocker-/stühle. Alternativ zu einem Klappsitz kann ein Duschrollstuhl eingesetzt werden.
  • Für die Unterstützung beim Umsetzen (bzw. Hinsetzen/Aufstehen) gibt es L-förmige Winkelgriffe, Duschhandläufe und Stützklappgriffe. Ein Duschhandlauf kann gleichzeitig als Halte- und Stützgriff, als Vorrichtung zum Einhängen eines Klappsitzes und als Halterstange für die Handbrause genutzt werden. 
  • Eine Brausehalterstange mit barrierefreiem Einsteckhalter und einhändig verstellbarem Brausehalter erleichtert das Duschen.
  • Damit die Armatur und die Duschbrause leicht erreich- und bedienbar sind, sollte der Duschklappsitz übereck zu den Bedienelementen (siehe Bild oben) befestigt werden. Eine Übereckanordnung erleichtert auch die Nachrüstung mit Halte- und Stützklappgriffen.
  • Die Wandkonstruktion sollte eine Nachrüstung mit Haltegriffen und wandmontiertem Klappsitz ermöglichen.
  • Als Spritzschutz eignen sich Duschvorhänge, Duschrollos und Duschtrennwände aus schlagfestem und transparentem Kunststoff oder aus bruchfestem Sicherheitsglas. Empfehlenswert sind nach außen und innen aufklappbare oder faltbare Duschwände. Feststehende oder schiebbare Duschwände schränken die Bewegungsmöglichkeiten ein. Eine hohe Dichtigkeit ist mit Duschwänden erreichbar, die über einen Senk- und Hebemechanismus verfügen. Das Material sollte leicht zu reinigen sein. Für Betreuungspersonen eignet sich eine halbhoch klappbare Duschtrennwand.

Weiterführende Informationen zur Duschausstattungen und zu möglichen Duschvarianten (geflieste Dusche, Duschwanne) sowie zu Sonderlösungen, wie den Einbau einer bodengleichen Dusche im Obergeschoss, finden Sie auf der Seite Tipps "Duschplatz".