Zuschuss der Pflegekasse zu Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes

Geldscheine (www.pixabay.com). Hinzugefügter Schriftzug: Bis zu 4.000 Euro Zuschuss durch die Pflegeversicherung
Pflegebedürftige können für Umbaumaßnahmen bis zu 4.000 € Zuschuss beantragen


Pflegebedürftige Menschen, die einen Pflegegrad (ehemals Pflegestufe) haben, können einen Zuschuss für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes beantragen. Der Zuschuss zu den Kosten für die baulichen Veränderungen zur Wohnungsanpassung beträgt maximal 4.000 €. Es liegt im Ermessen der Pflegekasse, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe ein Zuschuss gewährt wird.

Leben mehrere Pflegebedürftige in einer gemeinsamen Wohnung (z. B. Wohn-Pflege-Gemeinschaft), kann je pflegebedürftiger Person ein Zuschuss von bis zu 4.000 € beantragt werden. Der Gesamtbetrag ist jedoch auf 16.000 € begrenzt und wird bei mehr als 4 Anspruchsberechtigten anteilig auf die Versicherungsträger aufgeteilt.

Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes werden von der Pflegekasse im Einzelfall bezuschusst, wenn

  • die häusliche Pflege erst durch den Umbau ermöglicht wird oder
  • die häusliche Pflege erheblich erleichtert wird (und damit eine Überforderung des Pflegebedürftigen und der pflegenden Person vermieden wird) oder
  • eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wieder hergestellt (und die Abhängigkeit von Pflegekräften verringert) wird.


Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen sind zum Beispiel folgende bauliche Veränderungen:

  • Barrierefreier Umbau eines kompletten Bades oder die behindertengerechte Anpassung eines Bades (z.B. Austausch der Badewanne durch eine bodengleiche Dusche, Montage eines Duschhandlaufes, Anpassung der Höhe der Toilette, Verlegung von rutschhemmenden Bodenfliesen, Montage eines unterfahrbaren Waschtisches ...)
  • Die Anpassung des Wohnbereiches an die Bedürfnisse eines Rollstuhlfahrers (z.B. durch Schaffung eines ebenerdigen Zugangs, Erstellung einer fest installierten Rampen, Türverbreiterung oder Entfernung von Türschwellen und anderen Bodenunebenheiten, Einbau von Fenstergriffen in Greifhöhe, Verlegung von rollstuhlgerechten Bodenbelägen ...).
  • Einbau eines fest installierte Treppenliftes, Einbau eines Personen-/Behindertenaufzuges ...
  • Umzug in eine behindertengerechte Wohnung

Als Maßnahme gilt die Gesamtheit aller zum Zeitpunkt der Antragstellung notwendigen baulichen Veränderungen (z.B. behindertengerechter Umbau der Wohnung). Anspruch auf einen erneuten Zuschuss hat der Antragsteller erst dann, wenn sich seine Krankheit oder Behinderung so verschlechtert hat, dass eine erneute Baumaßnahme notwendig wird. Um diesen erneuten Anspruch geltend zu machen, muss allerdings ein gewisser, im Gesetz nicht näher definierter Zeitraum vergehen.

Alle Regelungen gelten für die soziale und private Pflegeversicherung gleichermaßen.

(§ 40 Absatz 4 SGB XI, § 23 SGB XI, AGB für Private Pflegeversicherung - MB/PPV 2017)

Erklärungsvideo des Bundesministeriums für Gesundheit

Die Pflegestärkungsgesetze verändern die Pflege in Deutschland. Was das konkret für Maßnahmen, die das Wohnumfeld verbessern, bedeutet, können Sie sich hier ansehen. Susann Kowatsch erläutert in diesem Film die wichtigen Begriffe und Zusammenhänge zu Fragen rund um Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen. Was sind Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen? Wie kann man die Kostenübernahme für solche Maßnahmen beantragen? Welche Kosten werden in welcher Höhe übernommen? Bundesministerium für Gesundheit